Pressestimmen

21.01.2007 – Bonner Rundschau

Herzensbrecher

Das Salonorchester Weimar bot eine amüsante Rühmann-Revue im Haus der Springmaus

BONN. Soll man das nun als Kompliment auffassen? Hertha Droemer, Witwe von Heinz Rühmann, attestierte dem salonorchester weimar (schreibt sich wirklich so) : "Sie können wirklich alles, nur nicht so schön falsch singen wie mein Mann". Nehmen wir mal an, dass die Herren vom Ensemble sich geschmeichelt fühlten. In der Tat: So schön falsch knarzend-krähend wie Heinz Rühmanns Original einst ´rüberkam - "Ich brech´ die Herzen der stolzesten Fraun´" - das gab´s nur einmal, das kommt nicht wieder!
Das Publikum im Haus der Springmaus kam dennoch auf seine Kosten, als die sechs fein geschniegelten und gestriegelten Musiker, an der Violine von einer feschen Lady mit Federboa begleitet, ihre Heinz-Rühmann-Hits zum Besten gaben. Auch dem berühmten Mimen schien es gefallen zu haben, wenn man sein sanft-charmantes Lächeln vom Großplakat dahingehend deuten darf. Edel gekleidet im dunklem Frack mit weißer Fliege traten die sechs "Weimaraner"(Boris Raderschatt, Martin Lentz, Ludger Vollmer, Klaus Wegener, Jürgen Schneider, Clemens Rynkowski) auf die Bühne, während Kirsten Deeken (Violine) weibliche Eleganz beisteuerte.
"Flotte Therese aus Blankenese"
Allen voran der Conférencier und Sänger des Salonorchesters, Boris Raderschatt, der mit erfrischenden Kommentaren durch den Abend führte. Gekonnt entführte der Conférencier seine Zuhörer zur Reeperbahn, sang von der "flotten Therese aus Hamburg Blankenese" und ließ sich auch als "Seemann nicht erschüttern". An den berühmten Sänger Hans Albers erinnerte er, der gemeinsam mit Heinz Rühmann wichtige Erfolge feierte, und ließ die unvergleichlichen Filmrollen der beiden legendären Mimen Revue passieren.
Doch auch Boris Raderschatt selbst hat gesanglich und schauspielerisch einiges zu bieten. Kokett ist sein Augenaufschlag, wenn er in dem Schlager "Ich brech´ die Herzen der stolzesten Frau´n" schwärmerisch gesteht: "Mein Blut ist aus Lava und das ist mein Trick" oder die "Feuerzangenbowle" in Szene setzt.
Problemlos traf er den vertraulichen, zuweilen schelmischen Ton des beliebten Volksschauspielers und war dabei alles andere als nur eine Kopie. Furios unterstützt von den sechs Musikern hinter seinem Rücken, die melodiös und kreativ die unvergessenen "Ufa-Tonbomben" der 30er-Jahre musikalisch einwandfrei interpretierten.
Und wenn Klaus Wegener gar bei "La Le Lu" in seine Klarinette blies, schien er die Sterne zu grüßen. Das Publikum im Haus der Springmaus war restlos begeistert von der Rühmann-Revue.

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