Pressestimmen

15.08.2011 – Neue Rhein Zeitung

Wunderbare Chansons im lila Kulturzelt

Christa Platzer und ihre Band entführten in die Welt von Edith Piaf

HAMMINKELN. Sie wuchs im Bodell auf, hatte ein Alkoholproblem, verschliss einen Liebhaber nach dem anderen und war dem schlechten Einfluss ihrer besten Freundin ausgesetzt. Doch das alles hielt sie nicht davon ab eine der größten Sängerinen aller Zeiten zu werden: Edith Giovanna Gassion, besser bekannt als Edith Piaf. Am Mittwochabend kam der französische Zauber, den diese Künstlerin so meisterhaft ausstrahlte in das lilafarbene Kulturzelt: in Form von Christa Platzer und ihrer Band.
Schon Christa Platzers "Einzug" in das Zelt war aufsehenerregend: a cappella singend kam sie von hinten durch die Stuhlreihen auf die Bühne, setzte sich an ein Pult und begann vollkommen übergangslos aus einer Biografie zu lesen. So erfuhr das Publikum von der Geburt des "La mome piaf", des "kleinen Spatzes" 1915, von der trinkfesten Großmutter und dem Vater, der ein fahrender Trapezkünstler war. Dann kehrte sie zurück ans Mikrofon und ließ Edith Piaf zumindest dem Aussehen nach wieder lebendig werden: schwarzes kurzes Kleid, um den Hals ein schmales Kreuz, rötlicher Lockenschopf.
Ihre Stimme war stark, fordernd und extrem präsent, nicht so weich wie die der Piaf, aber genauso charismatisch. Das fantastische "La vie en rose" interpretierte sie zum Auftakt, bevor es weiterging mit Piafs Lebensgeschichte. Das Publikum erfuhr von ihrem Mentor Louis Leplée, ihren Anfängen im Kabarett und den ersten Erfolgen, ihren verzweifelten Liebschaften und den exzessiven Beziehungen zu Macel Cerdan und Yves Montand. Nach ein paar Abschnitten streute Platzer wieder Songs ein, interpretierte diese mit authentischer Leidenschaft sowie starker Gestik und Mimik. Ihre Band, bestehend aus Jürgen Schneider (Schlagzeug), Dirk Sobe (Arrangements und Klavier), Christian Bergmann (Kontrabass) und Oliver Räumelt (Akkordeon), brachte trotz eher herbstlicher Temperaturen musikalisch gesehen sommerlich-französisches Flair in das Zelt und unterstützte die Stimme der Platzer genial und virtuos.
17 unvergessene Hits wie "Non, je ne regrette rien", "L´Accordeoniste", "Milord" oder "Padam Padam" ließen bei solch gelungener Interpretation keine der zahlreichen Zuhörer kalt; der unsterblich schöne Chanson-Takt, das intensivst gerollte Kehlen-"R" und die dominante, gefühlsstarke Stimme der Platzer, die stimmungsvolle Band - das alles rechtfertigte den tosenden Applaus nach jedem Lied und das "Hach schön", das durchs Publikum ging.

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