Pressestimmen

16.05 2012 – Marktspiegel

Eine Referenz an die goldenen Zeiten der Ufa-Filme

Das Salonorchester Weimar gastierte im Amtshof

Sänger und Conferencier Boris Raderschatt zog alle Register, um der Stimmung den letzten Kick zu geben.

GROßBURGWEDEL. Zum Ausklang des Kulturellen Frühlings glänzte das Programm im Amtshof mit einer musikalischen Liebeserklärung an vergangene Zeiten. Eine Hommage an die Stars und Sternchen der Ufa-Filme in den 20er und 30er Jahren versprach das Salonorchester Weimar - ein Ensemble aus sieben jungen Musikern, das sich im Kulturstadtjahr 1999 gegründet hatte, und seither viel herumgekommen ist.
„Sing mit mir, lach mit mir, tanz mit mir um die Welt“ brachte den richtigen Schwung zum Auftakt, dem ein Ohrwurm nach dem anderen aus den „Golden Twenties“ folgte, als die Schlager-Welt (vor Beginn des Zweiten Weltkrieges) noch in Ordnung war. „Ich küsse Ihre Hand, Madame“, „Kann denn Liebe Sünde sein?“, „Ich brauche keine Millionen“, „Jawoll, meine Herrn“ oder „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen”. Das alles mit viel Spiellaune und großer musikalischer Könnerschaft dargeboten, mit genügend Gelegenheiten für jedes Ensemblemitglied, sich auch als Solist vorzustellen - die beiden Violinistinnen im Vordergrund in Schwarz mit schwarzer Federboa. Das Publikum, vorwiegend aus älteren Jahrgängen, konnte in musikalischen Erinnerungen schwelgen und spendete willig Beifall.
So ganz sprang der Funke der Begeisterung jedoch nicht über. Sänger und Conferencier Boris Raderschatt zog zwar alle Register, um der Stimmung den letzten Kick zu geben, allein es gelang nicht komplett. „Haben Sie schon mal im Dunkeln geküsst", wollte er singend von einer Dame aus dem Publikum wissen, was nicht so direkt beantwortet werden konnte und nicht so ganz zu seiner Schlussfolgerung passte: „Da sag noch einer die Norddeutschen sind steif." Auch das Mitsingen klang - bis auf einige mutige Ausnahmen – eher schütter im ausverkauften Haus. Nicht einmal „O Donna Clara“ konnte das Publikum aus der Reserve locken. Wurden dann doch Vergleiche zu den bekannten Interpreten gezogen, die mittels Tondokumenten noch zu hören sind? Starke Auftritte hatte Raderschatt, wenn er Zarah Leander oder Heinz Rühmann imitierte. Seine Anmerkungen zu Burgwedel „Großburgwedel oder Kleinburgwedel?“ waren nicht wirklich witzig und selbst die Anspielungen auf „Wulfshorst“ brachten keine großen Lacher.
Ohne Zugaben mochten die Zuhörer die sympathischen Salonmusiker allerdings nicht gehen lassen. Raderschatt ging mit „Ich will keine Schokolade“ aus sich heraus, bevor er mit dem Song von den „10.000 jungen Damen“ das Publikum in den Abend entließ.

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