Pressestimmen

03.05.2003 – Rhein-Main Zeitung

Eine virtuose Truppe mit großer Zukunft

Salonorchester Weimar brachte den musikalischen Heinz Rühmann auf die Bühne des Bad Neuenahrer Kurparks - Revue war ein Ohrenschmaus

BAD NEUENAHR. Nach der Begrüßung der Besucher durch Kurdirektor Rainer Mertel mit launigen und nachdenklichen Worten bestimmte die Frau Musica mit flotten Tönen und kessen Rhythmen die Szenerie: Aus Deutschlands ehemaliger Kulturhauptstadt Weimar war das gleichnamige Salonorchester angereist, sechs schneidige junge Herren und als instrumentales Sahnehäubchen ihre geigenspielende Kollegin Kristin Deeken. Heinz Rühmann, der nicht nur zahlreiche Filme gedreht hat, sondern noch mehr musikalische Hits produzierte, stand im Mittelpunkt. Das war hier noch nie da, und deshalb vermochten die sieben Interpreten auch eine Marktlücke zu schließen. Neben der "Flotten Therese aus Hamburg-Blankenese" standen solche Ohrwürmer wie "Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern", "So ein Regenwurm hat's gut", "Wenn der Vater mit dem Sohne einmal ausgeht", "Am Amazonas", "Jawoll, meine Herren" und vieles andere. Gekonnt - geschmackvoll sängerisch serviert von Boris Raderschratt, der zunächst wie eine Kopie von Max Raabe erschien, sehr schnell aber merkte man, dass er seinen eigenen Stil hat und diesen auch im gesamten Programm durchführte. Lieber nahm er sich mal zurück zugunsten seiner Mitstreiter, und da er außerdem ein hervorragend-plaudernder Entertainer ist, war er sofort unheimlich sympathisch. Seine Kollegen sind darin selbstredend eingeschlossen, denn was sie auf und an ihren Instrumenten boten, war gepflegte Klangkultur, gemixt mit einer ordentlichen Portion Witz und unheimlich Spaß an der Freud. Höchstes Lob für die instrumentalen Eskapaden von Kristin Deeken und Ludger Vollmer (Violine), Martin Lentz (Kontrabass), Klaus Wegener (Klarinette/Tenorsax), Jürgen Schneider (Schlagwerk) und Clemens Rynkowski (Klavier). Eine solch' virtuose Truppe überzeugt nicht bloß durch technische Raffinessen. Nein, hier stimmte ebenso das Choreographische, Komödiantische, das sehr geschmackvoll eingebaut war, wie auch die perfekten und weit über das Maß des üblichen Stils hinausgehenden Arrangements, die nun wahrlich ein Ohrenschmaus waren. Natürlich gab es auch die Evergereens "Ich brech` die Herzen der stolzesten Fraun", "Ein Freund, ein guter Freund" und das Wiegenlied "La,le,lu, nur der Mann im Mond schaut zu", "Du bist das süsseste Mädel der Welt", "Ich lass meinen Körper schwarz bepinseln" und viel Interessantes mehr. Das war eindrucksvoll - geschmeidig die "Hohe Schule der Salonmusik". Diese Truppe hat Zukunft, und man würde sie im Ahrkreis gerne wieder erleben.

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