Pressestimmen

18.10.2004 – Kölnische Rundschau

Besucher sangen begeistert mit

BAD BREISIG. In der heutigen Zeit mit Orchestersterben und reduzierten Kulturetats haben es professionelle Musiker nicht leicht. Da müssen neue Initiativen zum Überleben her. Sieben Absolventen der Weimarer Musikhochschule waren kreativ und gründeten das ?Weimarer Salonorchester?, um ihre Ideen in Themen-Programmen zu realisieren. Mit ihrer unterhaltsamen ?Heinz Rühmann-Revue? waren sie nun zu Gast in der Jahnhalle in Bad Breisig. Bürgermeister Bernd Weidenbach konnte zwar nur eine überschaubare Zahl von Besuchern begrüßen, diese sahen aber eine begeisternde Vorstellung. Die sieben Solisten ließen die 30er-Jahre und die frühe Nachkriegszeit in einer überzeugenden, von Effekten angereicherten Bühnenshow musikalisch auferstehen. Und da das Publikum ausschließlich aus älteren Semestern bestand, waren die Texte und Melodien durchaus geläufig.
So brauchte der ?Frontmann? des Orchesters, der stimmlich sehr wandlungsfähige und viel Fröhlichkeit verbreitende Boris Raderschatt, das Publikum nicht lange zum Mitsingen aufzufordern. ?Mir geht?s gut, ich bin froh?, sangen einige hundert Freunde der alten Ufa-Filme, und weiter ging es mit ?Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern? oder ?Das ist die Liebe der Matrosen?. Das Publikum glaubte Heinz Rühmann vor sich zu sehen, als Raderschatt gekonnt parodierte ?Ich brech? die Herzen der stolzesten Frauen? oder ?Ein Regenwurm hat?s gut?. Der Film ?Feuerzangenbowle? lief vor dem geistigen Auge der Gäste ab, als Raderschatt den tapsigen Studienrat immitierte und bei dem Lied ?Du bist das süßeste Mädel der Welt?. Einen Abstecher zu Lilian Harvey und Willi Fritsch machte das Salonorchester mit dem Ausflug zu den ?Fidschi-Inseln?. Dazwischen gab es immer wieder köstliche Showeinlagen mit der ersten Geigerin des Ensembles, Kristin Decken, die zwischendurch als ?Die flotte Therese aus Blankenese? über die Bühne hüpfte. Ein weiteres Highlight war der Auftritt von Pianist. Clemens Rynkowski als Frank Sinatra. Bewunderung gab es allenthalben für die abwechslungsreichen musikalischen Arrangements von Martin Lentz und Clemens Rynkowski, genau auf die Besetzung abgestimmt.
Überzeugend klang das ?Jawohl, meine Herrn, so haben wir es gern? oder ?Das gibt_s nur einmal.? Toll war auch Rühmann als Papa mit seinem ?La, li, lu, nur der Mann im Mond schaut zu? aus dem Film ?Wenn der Vater mit dem Sohne?. In einem köstlichen Outfit wurde Rühmann als ?Charlys Tante? parodiert. Zum Finale gab es das große Ufa-Potpourri mit Liedern von Marlene Dietrich bis Hans Albers und natürlich Rühmann?s ?Ein Freund, ein guter Freund?, und alle sangen begeistert mit. Riesenbeifall gab es und den Ruf nach Zugaben, die liebenswürdig erfüllt wurden. Das Konzert hätte mehr Zuhörer verdient gehabt.

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