Pressestimmen

30.03.2004 – Amberger Zeitung

Die schönsten Melodien des unvergessenen Schauspielers

"Mir braucht nur eine ins Auge zu hau'n": Rühmann-Revue mit dem Salonorchester Weimar im Großen Rathaussaal

Amberg. Sie erinnern sich? Der in der "Feuerzangenbowle" den Pfeiffer mit den drei "f" gespielt hat, eins vor dem "ei" und zwei dahinter, das war Heinz Rühmann. Unvergessen ist er, der kleine Mann mit dem charmanten Lächeln und dem Lausbubengesicht. Bis ins hohe Alter hat man seine unnachahmliche schauspielerische Art geschätzt und geliebt.

Und gesungen hat er auch. Nicht gerade umwerfend, aber eben liebenswert. Wen wundert's also, dass das recht junge Salonorchester Weimar die Beliebtheit und Popularität ausnutzt und ausgerechnet und ausschließlich Rühmann-Chansons, -Schlager und -Liedlein auswählt?

Eine gut einstündige Rühmann-Revue bauten die sieben hervorragenden Interpreten: Ludger Vollmer (Violine), Martin Lentz (Kontrabass), Kristin Decken (Violine), Boris Raderschatt (Gesang), Klaus Wegener (Klarinette und Tenorsaxophon), Jürgen Schneider (Schlagwerk) und Clemens Rynkowski (Klavier). Dazu schmissen sie sich in Frack, Cutaway und Glitzerkleid, kämmten die Haare aus dem Gesicht, zogen den exakten Mittelscheitel und legten los, am Freitagabend im großen Saal des Amberger Rathauses.

Die schönsten Melodien des unvergessenen Schauspielers übersetzten sie mit viel Schwung und lustigen Details in eine doch moderne, auch heute unterhaltsame Sprache. Übrigens fanden das auch die Juroren der Zehntscheuer Ravensburg und verliehen dem Salonorchester Weimar dafür den Kleinkunstpreis "Ravensburger Kupferle 2003".

Die Amberger ließen sich schon auch verführen von dem "Li-, Li-, Li-, Li-, Liebe - Walzer" oder vom "Mambo am Amazonas". Der etwas gezwungene "Charlys Tante Strip" wurde in den hinteren Reihen kaum bemerkt, dafür war die Sirene bei den unerschütterlichen Seemännern unüberhörbar. "Jawohl, Herr Kapitän" wurde im Publikum mitgeträllert, während vorne die Seeräuberfahne flatterte.

Erst das "La-Le-Lu, nur der Mann im Mond schaut zu"-Schlaflied beruhigte die Gemüter, nachdem natürlich die "Herzen der stolzesten Frauen" bereits gebrochen waren, ganz in der "stürmischen und leidenschaftlichen" Rühmann-Manier. Allerdings lautete die Textversion des Salonorchesters Weimar plötzlich so: "Mir braucht nur eine ins Auge zu hau'n und schon bin ich hin!"

Hin und her gerissen von der schwungvollen Präsentation, dem Gesang, "der nicht so falsch war, wie beim Original", wie die Rühmann-Witwe selbst gesagt haben soll, und vom perfekten musikalischen Orchesterklang war man auch in Amberg (...)

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