Pressestimmen

31.10.2006 – Ludwigsburger Kreiszeitung

Sie brechen die Herzen der Rühmann-Fans

Mit Frack und Federboa zündet das Salonorchester Weimar Ufa-Tonfilmbomben, Revue begeistert Zuschauer im Prisma

Die Feuerzangenbowle und Charleys Tante erwachten in der Rühmann-Revue zu neuem Leben. Das Salonorchester Weimar griff bei seiner Hommage an den großen, kleinen Schauspieler tief in die Ufatonfilm- und die nostalgische Gefühlskiste.

Der Eröffnungstitel Mir gehts gut, ich bin froh bei der Rühmann-Revue im Prisma war Programm: Das Salonorchester Weimar bot ein rundum gelungenes Konzert, das die Zuschauer zufrieden strahlen ließ. Die Herren im Frack mit Kummerbund, die einzige Dame des Septetts im Abendkleid und Federboa ließen die Dreißigerjahre und Nachkriegeszeit mit unvergesslichen Ufa-Tonfilmbomben wieder lebendig werden.

Mit Witz und Charme

Die berühmtesten Schlager von Heinz Rühmann wurden von Pianist Clemens Rynkowski für die eigene Besetzung bearbeitet- in heiteren, originellen Arrangements dargeboten. Boris Raderschatt, Sänger und Conférencier des Salonorchesters, verstand es, mit Witz und Charme den großen Sympathieträger des deutschen Films lebendig werden zu lassen.
Er entführte kokett lächelnd ins maritime Rotlichtmilieu zur flotten Therese aus Blankenese oder zu den Seemänner, die nichts erschüttern kann und parodierte gekonnt Heinz Rühmanns schüchtern-selbstironische Darbietung des Stückes Ich brech die Herzen der stolzesten Fraun . Köstlich Raderschatts Auftritt im Glitzerkleid und roter Perücke, als er zum Amazonas Mambo Charleys Tante mimte. Genau traf er den Ton Rühmann, der von eine Foto lächelnd auf die Bühne hinunterblickte, als er näselnd den Studienrat aus der Feuerzangenbowle gab.
Mit alten Gassenhauern wie Ein Freund, ein guter Freund oder dem verträumten Schlaflied Lalelu eroberte das Salonorchester die Herzen des Publikums im Sturm. Es wurde mitgeklatscht und auch mitgesungen. Überhaupt wurde das muntere, sangesfreudige Völkchen hier in Feiberg immer wieder mit einbezogen. Schmachtend sang Boris Raderschatt einer Zuschauerin Du bist nicht die Erste, Du musst schon verzeih, aber meine Letzte, die könntest Du sein, um sie zu fragen Glauben Sie an Monogamie : Etwas zögerlich kam die Antwort Nnjjaaaa was Raderschatt mit einer Bemerkung quittierte, ihr Mann sei ja ein ganz Süßer - jedenfalls für diese Gegend.
Doch auch die Musiker spielten mit: Die Geiger Maria Penny Pache und Ludger Vollmer bekamen für ihr mitreißendes Spiel mit witzig-charmanten Showeinlagen immer wieder Szenenapplaus. Ein weiteres Highlight war der Auftritt des Pianisten Clemens Rynkowski, der als unehelicher Stiefbruder Frank Sinatras Strangers in the night zum Besten gab. Exzellent aber auch Martin Lentz am Kontrabass, Jürgen Schneider am Schlagwerk und Klaus Wegener, der mit Klarinette und Saxophon sein Können unter Beweis stellte.

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